Gestern Abend kam noch ein Wohnwagencamper aus Zürich zu mir und schenkte mir ein gekühltes Bier. In unserem Gespräch erwähnte er, dass es diese Nacht sehr wahrscheinlich regnen würde. Das und der aufkommende Wind veranlassten mich, alles besonders wetterfest vorzubereiten: Heringe tief drücken, Zelt fest zurren, Packtaschen gut verschließen, Rucksack mit ins Zelt nehmen, usw.. Der Züricher sollte Recht behalten.
Ich habe so eine Nacht im Zelt noch nicht erlebt. Unglaublich stürmisch mit heftigen Gewittern. Und das circa 12 Stunden lang. Ich begann schon zu überlegen, was ich tue, wenn mir das Überzelt wegfliegt. Das Zelt schwankte bedenklich, hielt aber Stand. Weil ähnliches Wetter für heute und die nächste Nacht angesagt war, habe ich mir ein Appartement (mit Waschmaschine!) in Grandcamp-Maisy gebucht. In einer kurzen Regenpause habe ich mein Gepäck, mein Fahrrad und das noch aufgebaute Zelt unter das Vordach des Sanitärraums gebracht und dort im Trockenen alles zusammengepackt. Das Paar aus Zürich sprach mich nochmal an, ob ich die Nacht gut überstanden hätte. „Isch hob gloisch zu moina Frau gsogd , dass är beschdimmd oine gude Ausrüschdung hod“, meinte der Mann.
In der gebuchten Unterkunft war noch der Vormieter. Es gelang mir, ihm auf französisch die Situation zu erklären. Ich konnte mein Gepäck dort lassen und bin dann erst mal Einkaufen gegangen. Da heute Sonntag ist, musste ich das bis Mittags erledigt haben. Ich habe mir alles, was ich für Spaghetti Carbonara benötige und eine Flasche Wein gekauft. Der Eingangsbereich des Supermarktes wurde wegen des starken Regens Treffpunkt für Radfahrer.